Vereinsfahrt zum Emder Kanuclub
Im Jubiläumsjahr des Kanu-Clubs Hamm-Marl findet ein besonders ausführliches Vereinsfahrtenprogramm statt. Dazu gehörte auch eine mehrtägige Fahrt zum Emder Kanuclub. Das lange Wochenende über den 1. Mai bot sich dazu an, da Emden nicht allzu weit entfernt, gut zu erreichen ist und mit vielfältigen Paddelmöglichkeiten sowie einer guten Infrastruktur aufwarten kann. So machten sich ein Dutzend Kanutinnen und Kanuten, vorwiegend mit Wohnwagen, auf den Weg nach Ostfriesland.

Paddeltechnisch wurden die Tiefs und Meere sowie die Stadtkanäle erkundet. Das gestaltete sich sehr abwechslungsreich, denn neben den flachen offenen Landschaften Ostfrieslands sorgten Ortsdurchfahrten und das ein oder andere touristische Highlite dafür, dass keine Langeweile aufkam. Start und Zielpunkt war fast immer das Basislager beim EKC und auch Umtragungen waren die absolute Ausnahme. Zusätzlich trug das Wetter mit warmen Temperaturen, Sonnenschein und lediglich moderatem Wind zum positiven Gesamterlebnis bei.

Auf der Ersten Tour ging es zunächst nach Emden und über den dortigen Stadtgraben an Parkanlagen vorbei zum Hinter Tief. Dieses führt aus der Stadt hinaus durch Felder und fast geradewegs nach Hinte.

Mitten im Ort passiert man das Wahrzeichen des Ortes eine dreistöckige Galeriehöllander-Windmühle. aus dem Jahr 1869.

Weiter geht es durch den kleinen, idyllischen Ort in Richtung Großes Meer. Allerdings nur bis kurz hinter dem Ort, wo sich der WSV Fresena für eine Rast anbietet. Dies stellte gleichzeitig den Umkehrpunkt der Route dar, so dass es frisch gestärkt auf den Rückweg ging. Einige taten dies auf direktem Paddelwege, andere verlängerten die Tour über einen Bogen nach Westen auf dem Knockster und Larrelter Tief.

Am nächsten Tag teilte sich die Runde, um den Vorlieben und Bedürfnissen der Einzelnen besser entsprechen zu können. Während ein Teil die Emder Stadtrunde durch die Innenstadt paddelte, nahmen Andere eine längere Kanutour nach Greetsiel in Angriff. Da der Wind entsprechend wehte, war klar, dass die Route von Emden weg führte, um den Rückenwind auszunutzen. Das bedingte jedoch ein Vorsetzen der Autos zum Zielort. Obwohl die Strecke mit 26 km auf stehendem Gewässer schon eine gewisse Kondition erfordert, ist sie abwechslungsreich und sehenswert.

Zunächst ging es durch das landwirtschaftlich genutzte Gebiet Krumhörn. Dabei waren einige Abzweigungen zu nehmen und kleinere Ortschaften wurden passiert. Dies brachte eine gewisse Abwechslung mit sich und man paddelte vorbei an Vorgärten von Einfamilienhäusern, Ferienhäusern, Bauernhöfen sowie manchem traditionell Reetgedecktem Gebäude.

Teilweise verlaufen die Tiefs kerzengerade und abseits von Straßen und Wegen. Dennoch sind Rastmöglichkeiten vorhanden, um sich mal die Beine zu vertreten. Besonders interessant ist die Durchfahrt durch den Ort Pewsum, da dort ein Wald durchfahren wird, was ansonsten in Krumhörn eine eher unübliche Landschaftsform darstellt.

Die restliche Strecke in Richtung Küste ist bisweilen etwas exponiert und führt an einigen Windrädern vorbei. Wenn die Paddelrichtung richtig gewählt wurde, dann kann man hier sogar den Wind zum Segeln nutzen.

Nach über 25 Paddelkilometern kamen die Ausläufer des Fischerdorfs Greetsiel in Sicht. Der Höhepunkt der Tour folgte am Ende mit den berühmten Zwillingswindmühlen, ein touristisches Wahrzeichen ganz Ostfrieslands.

Im Schatten der Windmühlen befand sich die Ausstiegsstelle, ehe es mit dem Bootswagen durch die aufgrund des Feiertags besonders üppigen Touristenströme in Richtung Parkplatz ging.

Die abschließende Tour der Vereinsfahrt wurde wieder gemeinsam als Gruppe absolviert und sollte zum Uphuser Meer gehen. Bewusst fand sie an einem Werktag statt, um die Betriebszeiten der Schleuse auf dem Weg zu nutzen.

Führte die Route zunächst erneut über den Stadtgraben durch Emden, vorbei am Chinesentempel und der Emder Kunsthalle durch dichte Bebauung.

Der Zeitplan war recht eng getaktet, denn wir hatten einen Termin für die Schleusung in der berühmten Emder Kesselschleuse. An dieser führen vier Wasserstraßen zusammen und sie ist als Rundschleuse mit einer zentralen Kammer von 33 m Durchmesser ausgeführt. Zwar ist das Schleusen auch für Kanus und Kajaks hier gebührenpflichtig, allerdings ließen wir uns diesen Höhepunkt nicht entgehen.

Im weiteren Verlauf paddelten wir wieder aus Emden heraus in östlicher Richtung. Es folgten landwirtschaftlich genutzte Flächen des Marschlandes z.T. mit Windrädern. Nach einigen Kilometern zweigt ein Stichkanal zum Uphuser Meer ab. Dieses ist ein Binnensee, welcher vorwiegend als Ferien- und Naherholungsgebiet genutzt wird.

Zur Stärkung kehrte die Gruppe im Endjers Landhaus am Ufer des Sees ein und genoss saisonale Spargel und Fischgerichte. ein Teil der Gruppe beendete hier die Kanutour, während andere wieder zurück paddelten.

Neben der paddlerischen Aktivitäten blieb selbstverständlich noch genug Zeit die touristischen Besonderheiten Emdens zu erkunden. Dies waren neben der Innenstadt natürlich auch das Otto-Huus und der Hafen.

Die Vereinsfahrt war nicht zuletzt durch gemeinsames Frühstücken, gemütliche Abende in und um das Bootshaus, sowie der traditionellen Grilltafel ein tolles Gemeinschaftserlebnis.


Neueste Kommentare